Bedeutung von naturwissenschaftlichen Sammlungen
Hier soll auf die Aufgaben von naturwissenschaftlichen Museen eingegangen werden: Pflege und Erweiterung von Sammlungen, Präsentationen und Öffentlichkeitsarbeit, wissenschaftliche Bearbeitung und Bereitstellung. Beispielhaft werden die Naturmuseen der Region und speziell die Situation in Wiesbaden vorgestellt.
Historie der Naturwissenschaftlichen Sammlung in Wiesbaden
Das seit 1829 bestehende Naturmuseum in Wiesbaden kann auf eine spannende, aber auch wechselvolle Geschichte zurückschauen. Insbesondere Bürger dieser Region haben tatkräftig dazu beigetragen, dass die Naturhistorische Landessammlung in Wiesbaden heute zu den größten ihrer Art in Deutschland zählt.
Erdgeschichte im Raum Wiesbaden
Der obere Rheintalgraben gehört zu den erdgeschichtlich interessantesten Regionen. Nicht nur die Eiszeit (Mosbach u.a.), auch das zeitweilig bestehende Binnenmeer haben imposante Zeugnisse hinterlassen. Noch heute sind gewaltige Bewegungen feststellbar, die sogar Erdbeben verursachen. Während der Führung werden sowohl die geologischen Sammlungen besprochen, als auch verschlossene Schätze in den Magazinen.
Systematik und Taxonomie
Die Beschreibung und Kenntnis über die Organismen ist eine der ältesten biologischen Disziplinen. Nach wie vor ist Systematik eine der Grundlagen für weitere biologische Disziplinen, wie beispielsweise Phylogenie, Ökologie, Evolution und auch Genetik. Obwohl man diese Fachwissenschaft oft als "Großväterchens Biologie" bezeichnet, stehen wir noch ganz am Anfang unserer Erkenntnis. Nicht mehr als 10% der Organismen sind bis heute bekannt geworden. Während dieser Führung sollen alle Aspekte der Entdeckung, Beschreibung und Gruppierung angesprochen werden. Nicht selten ist diese Arbeit mit der eines Detektives vergleichbar.
Artenvielfalt und Entwicklung
Am Beispiel unterschiedlicher Tiergruppen soll auf die Entwicklung während der Erdgeschichte und heutige Anpassungsstrategien eingegangen werden. Während der Evolution haben sich immer wieder neue Strategien des Überlebens entwickelt. Ganze Gruppen sind dabei ausgestorben, andere konnten sich zu einer unglaublichen Vielfalt weiterentwickeln. Die Evolution als Motor dieses Geschehens steht dabei natürlich im Mittelpunkt.
Morphologisch-anatomische Anpassungen von Tieren
Die Vielgestaltigkeit und Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume ist sicherlich ein sehr spannendes Thema, für das umfangreiches Anschauungsmaterial bereitsteht. Es kann beispielsweise an Hand unterschiedlicher Baupläne der Insekten oder der Säugetiere erläutert werden, welche Fülle an Funktionen die Evolution hervorgebracht hat.
Die Großlebensräume der Erde
Im 2. Stock befindet sich eine Ausstellung, die die Großlebensräume zum Thema hat. Hier kann man vom tropischen Regenwald bis zu den arktischen Lebensräumen typische Vertreter aus dem Tierreich besprechen. Auch hier stehen die besonderen Anpassungen (insbesondere der Säugetiere und Vögel) im Vordergrund der Betrachtung.
Einheimische Tiere des Waldes
Mit Schulklassen kann nach Voranmeldung auch die momentan noch geschlossene Ausstellung "Tierwelt Mitteleuropas" besucht werden. Dabei können die unterschiedlichen Lebensweisen u.a. von Maus, Hase, Fuchs, Reh und Hirsch vorgestellt werden. Die komprimierte Präsentation ermöglicht auch einen schnellen Überblick.
Der Regenwald
Einige Exponate und Attraktionen der Regenwaldausstellung werden im 2. Stock präsentiert. Darüberhinaus finden sich in unseren Magazinen eine große Anzahl weiterer Präparate aus diesem Lebensraum. Der Regenwald beherbergt die größte Artenvielfalt und sein komplexer Aufbau ist ein idealer Einstieg in das Thema Ökologie.
Säugetiere
Am Beispiel der Säugetiere können die unterschiedlichsten Themen angesprochen werden: Entwicklung der Säugetiere, Anpassungen während der Eiszeiten, die unterschiedlichen Familien, Anpassungen an unterschiedliche Lebensräume und die Nahrung, Sinnesleistungen, etc. Auf Wunsch ist eine Konzentration auf einheimische Säugetiere möglich (s.a. Angebote der Jägerschaft).
Insekten
Die artenreichste Klasse (mit mehr als 1 Mio. beschriebenen Arten) ist bei genauer Betrachtung besonders geeignet, Anpassungsstrategien zu beobachten. Bis auf die Ozeane konnten Insekten alle Lebensräume besiedeln. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der relativ einfache Bauplan. Unsere Sammlungen beherbergen eine unbeschreibbare Fülle, die es zu entdecken gilt.
Artenaussterben am Beispiel vorhandener Exponate
Die MWNH verfügt über eine umfangreiche Sammlung, die auch ausgestorbene Tierarten beinhaltet (Kaplöwe, Quagga, Wandertaube, u.a.). Während dieser Führung werden die bisher bekannt gewordenen Gründe für das Aussterben einzelner Arten durch menschlichen Einfluss beispielhaft vorgestellt. Darüber hinaus werden auch die "großen Krisen" der Erdgeschichte angesprochen (Aussterben der Ammoniten, Dinosaurier, etc.).
Präparation und Konservierung von Naturobjekten
Die Kunst des Präparierens ist bereits seit den Ägyptern bekannt. Die Führung findet sowohl in den Werkstätten, als auch in den Magazinen und Ausstellungsräumen statt. Dabei werden die unterschiedlichen Methoden der Erhaltung von Naturobjekten im Laufe der Zeit vorgestellt.
Bestimmungsübungen (Tiere, insbesondere Insekten)
Im Sommerhalbjahr können nach entsprechender Vorlaufzeit Bestimmungsübungen durchgeführt werden, wobei in Kleingruppen überwiegend wirbellose Tiere mit Hilfe von optischen Hilfsgeräten bis zur Familie oder auch zur Art bestimmt werden.
Naturwissenschaftliche Darstellung im Wechsel der Zeiten
Die Renaissance legte den Grundstock unserer heutigen wissenschaftlichen betrachtung der Welt. Anfänglich waren es die Künstler, die eine möglichst detaillierte und wahrhaftige Darstellung anstrebten. An Hand von Beispielen aus den Werken der Abteilungsbibliothek wird der Weg der Darstellung vorgestellt. Im Anschluß finden eigene Übungen dazu statt.
- Alter der Schüler: alle Klassenstufen
- Dauer der Führungen: ein bis zwei Stunden (in Abhängigkeit vom Alter)